Heute sind wir auch wieder früh unterwegs, denn nach unseren guten Erfahrungen von gestern, sind wir guter Dinge, dass dies auch heute wieder funktionieren wird.
Die Rother Tour 51 steht
auf dem Programm. Ebenfalls eine der Topp Touren und viel begangen. Diese Tour
allerdings liegt auf 1200m in der Nähe von Rabacal. Es ist die 25 Quellen Tour.
Also auf die schon bekannte, enge und steile Serpentinenstraße von Porto Moniz hoch hinauf nach Santa. Und von da dann weiter hinauf auf der Straße E110 nach Funchal. Aber oh je – wie sieht es denn hier aus? Mit jedem Meter den wir höher kommen wird es nebliger und kälter, feucht und richtig ungemütlich. Und hinzu kommt noch ein Wind, der alles wegbläst. Wie Hechtsuppe! Und kalt ist es – ganze 5 Grad Celsius hat es hier oben. Noch bevor wir am Ausgangspunkt für die Wanderung sind, halten wir. Die Stimmung ist ein bisschen so wie in dem Film von Edgar Wallace „ Der Hund von Baskerville“ - tiefstes, dunkles, mystisches, unheimliches und gespenstisches Dartmoor.
Nur wir sind auf Madeira! Wir beschließen, da macht wandern keinen Spaß. Eventuell wäre es auch ratsamer diese Tour erst gegen Mittag zu machen, wenn es wärmer ist und die Sonne mehr durchkommt, und es dann hoffentlich freundlicher wird. Gut in jedem Wander- und Reiseführer von Madeira wird darauf hingewiesen, dass es in den Bergen gerne mal neblig ist.
Es gibt ja Alternativen – sprich andere Wanderrouten. Wir fahren ein Stück zurück und biegen dann ab, nach Ponta do Pargo (Nordwesten) und hier die Rother Tour 57. Wir sind ja flexibel.
Der Rother Wanderführer weiß dazu:
„ Beschauliche Runde in der westlichen Inselecke. Die Wanderung durch sichtlich von der Landflucht betroffene Dörfer macht mit einer bäuerlich geprägten Region bekannt, in die sich nur wenige Touristen verirren. Am Weg steht eine kleine Kirche, zwei Miradoros über der steil abfallenden wildromantischen Küste garantieren imposante Aussichten und mit dem Lokal A Carreta gibt es auch eine gute Einkehrmöglichkeit. Ein Teil des Rundweges verlauft zudem an der stillen Levada Nova entlang – für Abwechslung ist also genügend gesorgt. „
Mit diesen Bildern im Hinterkopf machen wir uns auf den Weg. Die Fahrt gibt uns schon einen ersten Eindruck, dass dieses Gebiet, dieser Teil von Madeira deutlich dünner besiedelt ist. Das Parken hier gestaltet sich auch als etwas schwierig. Wir schauen uns den vorgeschlagenen Parkplatz an und entscheiden dann, wir suchen etwas anderes. Man muss nicht in Ponta do Pargo und an der Kirche parken. Der Ortsteil Predeago bietet sich mehr an. Hier etwas weiter nach unten und Richtung Küste fahren. Am besten Richtung Aussichtspunkt – hier gibt es dann Parkmöglichkeiten.
Auch hier starten wir unsere Wanderung mit viel Wind und bewölktem Himmel. Zunächst heißt es den Berg hinauf – 270 Höhenmeter müssen wir überwinden und da ist dann der Einstieg in die Levada Nova. Auch sehr schön und ganz anders als gestern. Viel kleiner und nur teilweise gut in Schuss. Auch ist die Landschaft karger. Viele abgebrochene Baume und ganz kahle Stellen gibt es auch – dafür dann wunderschöne Blicke ins Tal.
Auf halbem Weg könnte man einen Abstecher machen. Wir beschließen am Ende der Wanderung, quasi als Belohnung essen zu gehen. Und so geht es weiter.
Nun kommt ein „Abstieg“ und der ist auch noch an der Straße entlang – nicht wirklich schön, aber offensichtlich, die einzige Möglichkeit auf der man auf den unteren Weg der Wanderung kommt.
Es ist ein Rundweg, der oben an der Levada entlang läuft und dann auch unterhalb der Dörfer, Häuser, oder auch mal mittendurch die Häuser hindurch.
Das Wetter ist nach wie vor sehr zugig und windig. Eigentlich nicht ganz, sobald es windstill ist, was aber selten der Fall ist, kommt die Sonne hervor und dann ist es gleich unheimlich warm und angenehm. Nur leider, ist es nicht sehr oft der Fall.
Auf einem Stück wird es sogar so duster und fängt sogar leicht an zu regnen, so dass wir uns schon auf das Schlimmste einstellen. Gedanklich verbringen wir den Rest der Wanderung schon im Regen und mit viel Wind. Halt so richtig ungemütlich!
Aber, Gott sei Dank, weit gefehlt! Das ganz hält vielleicht 5 min, dann ist es auch schon wieder trocken, die Sonne blitzt durch. Alles gut!
Das (ist) nenne ich, schnellen Wetterwechsel. Wow!
Der 2. Teil der Wanderung geht, wie schon gesagt, durch die Dörfer / Häuser.
Und hier begegnet uns ein anderes Madeira. Von 10 Häusern ist vielleicht eines bewohnt – und der Rest entweder zerfallen, baufällig oder zu verkaufen. Landflucht!
Es begegnen uns nur sehr wenige Menschen und wenn, dann sind es nur alte oder alte und kranke Menschen. Sehr ärmlich ist es hier und irgendwie erbärmlich. Dies steht nun im grasen Gegensatz zu dem Madeira, dass wir bisher kennengelernt haben.
Denn selbst die anderen Dörfer waren alle bisher sauber, gut in Schuss, mit eventuell mal 2-3 Häuser, die schon bessere Zeiten gesehen hatten.
Wir sind überrascht! Zu Fuß bekommt man doch immer wieder einen anderen Eindruck von Land und Leute, als wenn man nur mit dem Auto durchfährt.
Insgesamt eine nette Wanderung, die aber auf garkeinen Fall an die von gestern herankommt. Als Top Tipp Tour würden wir diese Tour auch nicht unbedingt bezeichnen. Aber na ja.
Das Restaurant heißt A Carreta. Es gibt eine Bar und einen Restaurant Teil. Die Tür zur Bar ist auf, daher gehen wir davon aus, das Restaurant ist zu. Stimmt aber nicht! Das Restaurant ist offen – auch mittags um 14:00 Uhr.
Mit den Öffnungszeiten der Restaurants straucheln wir noch etwas. Einige haben nur Mittagstisch, aber offensichtlich bis 18:00 Uhr. Andere haben nur abends auf. Na ja – wir haben bisher immer etwas gefunden.
Hier sind wir nun die einzigen Gäste. Aber Wirt und Wirtin freuen sich uns zu sehen und wir werden sehr fröhlich und äußerst zuvorkommend bedient. Das Essen ist grandios.
Die Napfschnecken – eine Spezialität auf Madeira – sind klasse. Es sind auch keine Schnecken sondern eine Muschelart.
Höhepunkt ist der Rinderspieß am Lorbeerzweig. Schon die Präsentation ist eine Schau!. Und es schmeckt fantastisch.
Der Fleischspieß war übrigens das billigste auf der Rechnung, wie sich später herausstellten sollte. Wer hätte das gedacht.
Gut gesättigt und mit etwas müden Beinen kommen wir im Hotel an. Jetzt nichts wie ab ins Jacuzzi zur Entspannung.
Für mich war es das dann auch schon mit den Tagesaktivitäten – ich bin platt.
Patrik macht sich später nochmal auf den Weg – Abendspaziergang in Porto Moniz und dann sogar nochmal mit dem Auto hinauf auf den Aussichtspunkt hoch über dem Ort. Bin mal gespannt auf die Bilder!
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